Sonntag, 15. April 2012

kcüRBlick Herrentour 1/2012


Über den Wolken mit AirBaltic

Rīga, die Hauptstadt von Lettland, das Herz des Baltikums oder ganz einfach das Ziel der Herrentour 1/2012. Fazit: Sollte man gesehen haben! Die Stadt ist schön... und mit Stadt meine ich nicht nur die gut erhaltene Altstadt, die unzähligen Geschäfte und Lokale oder die stylischen Bars sondern ganz einfach das Gesamtpaket.


Skyline von Rīga (vom Hotel aus gesehen)


Kristus Piedzimšanas pareizticīgo katedrāle

Rīga bietet für alle etwas, angefangen vom Kontrast zwischen Alt und Neu, den eindrücklichen Jugenstilbauten oder grosszügigen Parkanlagen bis hin zum lauten, lebhaften Zentrum, wo sich Jung und Alt treffen, ganz egal zu welcher Tages-/Nachtzeit.


Strassenmusiker bei der Brīvības iela

Rīga ist sehr sauber, nicht ganz so günstig wie erwartet, unheimlich vielseitig und der ideale Städtetrip für Junge und Junggebliebene. Die Letten selber sind fröhliche Menschen (lag vielleicht auch am frühlingshaften Wetter), gut gekleidet, haben Mut zur Farbe, können Feiern und sind einem Glas Alkohol nie abgeneigt. Der ideale Rahmen für eine gepflegte Herrentour mit viel Kultur.


Freiheitsdenkmal (Brīvības piemineklis)


Denkmal Rainis im Esplanade Park

Ein Hauch Sowjetunion kommt auf, wenn man in die Nähe des Bahnhofs kommt. Dieses Viertel hat zwei Gesichter, alte und neue Gebäude wechseln sich hier ab. Der Bahnhof selber wirkt auf den ersten Blick sehr modern, das Innenleben schmücken zahlreiche Geschäfte mit allen gängigen Marken, aber hinter der Fassade scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das Gemäuer wirkt abgenutzt, leicht schmuddelig und zerfällt. Der Zahn der Zeit nagt überall, nicht nur an den Mauern, sondern auch an den alten Zügen. So sieht Fernverkehr im Osten aus (und wir sind verwöhnt).


Perron beim Centrālā Stacija

Essen und Trinken ist in
Rīga eine spezielle Angelegenheit. Entweder man stürzt sich mutig in eines der vielen einheimischen Lokale, wo man weder Karte noch Personal versteht oder man sucht sich ein nettes Restaurant im Zentrum, wo es internationale Küche und mehrsprachiges Personal gibt (Lettisch ist definitiv nicht innert drei Tagen zu lernen!). Überall gibt es Fleisch,... viel Fleisch,... und meistens fett, fetter und noch fetter. Kein Teller kommt unter 500 g aus der Küche. Daher auch der obligatorische Vodka oder Black Balsam (ein Kräuterlikör mit 45 Umdrehungen!) vor, während und nach dem Essen, anders hält das ein westeuropäischer Magen-Darm-Trakt gar nicht aus.


Taverne in der Altstadt

Rīga by night ist eine ganz andere Geschichte. A) hat man nicht das Gefühl, dass man sich in einer osteuropäischen Stadt bewegt, B) werden wahrscheinlich alle alten und dicken Letten weggesperrt und C) kommt man in den Genuss des leicht überheblichen Verhaltens von gutbetuchten Osteuropäern. Auf den Strassen brummt selten etwas mit weniger als 8 Zylindern, die Damen tragen ausschliesslich Mini-Rock, Pelzmantel und brutal hohe High-Heels, die Herren Designer-Zwirn, Rolex und Sonnenbrille. In den Bars und Clubs werden die Getränke nicht in Gläsern, sondern Flaschen oder Kübeln geordert. Bezahlt wird mit Platinkarte oder grossen Scheinen und immer laut,... alles andere wäre wahrscheinlich ein Zeichen von sozialer und wirtschaftlicher Schwäche.


Skyline Bar (26. Etage des Radisson Blu Hotel Latvija)


Blick auf die blau beleuchtete Akmens tilts

Kommentare:

  1. Besser kann man es nicht sagen. Das ist eine sehr treffende Beschreibung der Stadt. Die Letten sind Lebenskünstler und sehr fröhliche Menschen.
    Hey und Balsam selber ist doch echt tödlich. Das geht nur in der Kombination mit fettem Fleisch, einzeln geht BEIDES gar nicht.
    Hast du mal das Brot geschmeckt? Die machen da oft ganz merkwürdige Gewürzkombinationen an den Teig. Ich lasse mir vom Ehemann immer lettisches Brot mitbringen (boah eh, wie dekadent, Brot aus Riga, Speck aus Kiev, Gewürze und Kräuter aus Taschkent ...).
    Ich freue mich, dass es dir gefallen hat. Grüße! N.

    PS: BTW, es gibt keine dicken alten Letten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ganz genau, im Brot war Kümmel, etwas gewöhnungsbedürftig und auch die dunkle, beinahe schwarze Farbe, war interessant. Na ja, andere Länder, andere Sitten.
      Die Küche ist wahrlich etwas speziell und wirklich nicht für sensible Menschen ausgelegt. Alles sehr deftig! Hat aber geschmeckt, wir haben überlebt.

      Löschen
  2. OT: Sind das eigentlich Fiorentini Baker im Header?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, diese Buckle Boots sind von Tommy Hilfiger (Kollektion 2011)

      Löschen

Hinweis: Die Kommentarprüfung ist aktiviert. Kommentare werden nach Prüfung ggf. freigeschaltet. Wer hier nur labbern, beleidigen oder stänkern will, kann es sein lassen. Herr MiH interessiert sich nur für die, die wirklich was zu sagen haben. Und das geht übrigens nicht anonym.