Freitag, 19. August 2016

kcüRBlick Familienurlaub 1.0

Eines vorneweg: Familienurlaub ist irgendwie anders,… klarer strukturiert, weniger flexibel und leicht angespannter, da man Bedürfnisse und Wünsche des eigenen Nachwuchses vor die eigenen stellt. Familienurlaub ist aber auch intensiver, voller magischer Momente mit neuen Erlebnissen und dadurch unvergleichlich im positiven Sinn.

Milano Marittima, der kleine Badeort an der italienischen Adria, war eine gute Wahl für den ersten Familienurlaub und ist ohne Wenn und Aber ein hübscher Flecken Erde. Selbst im Hochsommer, wenn halb Europa Ferien hat, ist es dort unten überschaulich und angenehm entspannt! Besonders schön: Italianità, die italienische Lebensart und Lebensfreude, war spür- und sichtbar. Insbesondere gegenüber den kleinsten und kleinen Mitmenschen öffnen Italiener ihr Herz und zeigen sich in vielen Lebenslagen, in denen man hierzulande müde belächelt oder beinahe missgünstig verachtet wird, sehr verständnisvoll. Im Sommer, in Zeiten von „Adults only Resorts“ oder „für Familien mit Kindern nicht geeignet“, ein wahrer Segen für frischgebackene und urlaubsreife Eltern. Daher konnten wir von dieser positiven Einstellung profitieren und den Urlaub voll und ganz geniessen.

Los ging es in den frühen Morgenstunden (04:30 Uhr), voll getankt und voll beladen über die A3, A13 und A2 ins Tessin. Alles sehr entspannt, da kaum Verkehr.

Tomils, 02.08.2016 - 05:48 Uhr: Sonnenaufgang auf dem Weg in Richtung Süden


Nach gut 2,5 Stunden passierten wird den Grenzübergang Chiasso/Como und liessen die Schweiz hinter uns. Über Mailand, Parma, Bologna und Imola führte uns die Route nach Ravenna und anschliessend Milano Marittima. Abseits mautpflichtiger Schnellstrassen präsentierte sich die Emilia-Romagna von ihrer schönsten Seite: Herrliche Landschaften (krasser Kontrast zwischen Meer und Gebirge), kräftige Farben und in der Luft ein leichter Duft von Pinienwäldern und Meersalz. Milano Marittima begrüsste uns gegen Mittag mit zahlreichen Schlaglöchern (Wurzeln unter dem Asphalt scheint niemanden zu stören), bestem Wetter und angenehmen 32 Grad. Benvenuti in Italia!

Im wunderschönen MarePineta Resort***** (im Mai 2016 wiedereröffnet) verlief der Start leider nicht ganz nach unseren Vorstellungen: Raucher- statt Nichtraucherzimmer, Wasserschaden infolge Defekt der Klimaanlage und keinen passenden Adapter für unsere elektronischen Geräte wie Babyphone, Sterilisator und Wasserkocher. Das Personal war mit der Reklamation sichtlich überfordert, wurde zunehmend unfreundlicher und zeigte wenig Interesse, die beanstandete Situation in angemessener Zeit zu verbessern. Erst nach einem persönlichen Gespräch mit dem General Manager kam die Mannschaft in die Gänge. Und siehe da, nach 30 Minuten waren alle Probleme gelöst! Anche questa Italia!

MarePineta Resort***** in Milano Marittima

Doppelzimmer #212 im historischen Casa Madre (Mutterhaus)

Aussenpool mit Sonnenterrasse

Fresco, Italiano e Semplice - Restaurant mit Sterneküche von Andrea Ribaldone
Loge und Durchgangsbereich zum Aussenpool

Visuelle und olfaktorische Reizüberflutung an der Reception


Da Aktivitäten und spontane Ausflüge mit Kleinkind weder oft noch wild ausfallen, waren die Tage und Nächte in und rund um Milano Marittima sehr entspannt.

Beach und Beachclub MarePineta Resort
Definitiv einer der schönsten vor Ort, mit EUR 90.00 pro Person/Tag jedoch unverschämt teuer. Kein Sunbed dieser Welt rechtfertigt diesen Preis! Auch dann nicht, wenn es fett gepolstert ist und ein Schirm angenehmen Schatten spendet! Und schon gar nicht, wenn die Wasserqualität zu wünschen übrig lässt und Quallen täglich für unliebsame Begegnungen sorgen. Selbst dann nicht, wenn Moët & Chandon eine lauschige Lounge und Prickelbrause auf Eis kredenzt. Das Geld für den Beachclub kann man locker sparen und stattdessen in erstklassige Gelati investieren. Zum Beispiel bei Puro & Bio in Cervia. Ergibt pro Person/Tag umgerechnet ca. 72 Kugeln (unbedingt 'Zenzero e Canella' nehmen!).

Auf dem Weg zum Beachclub...

Beachclub des MarePineta Resort*****

Schön, aber teuer!

Restaurant am Beachclub

Piadina, perfekter Snack am Nachmittag

Die Moët & Chandon Lounge

Sonnenuntergang am Beachclub



Milano Marittima
Milano Marittima ist sehr übersichtlich und für Fussgänger mit Kinderwagen bestens geeignet. Im verkehrsberuhigten Zentrum sehr sauber mit schönen Park- und Grünanlagen, zahlreichen Luxusboutiquen und erstklassigen Restaurants, die abends bis auf den letzten Platz mit fröhlichen Menschen besetzt sind. Nach 22.00 Uhr ist auf den Strassen einiges los, man trifft sich zum Essen, Trinken, Rauchen, Quatschen und Lachen. Verkehrstechnisch ist Milano Marittima hingegen eher schwierig, da viele Einbahnstrassen und Schlaglöcher den Verkehrsfluss beeinflussen. Zudem werden Verkehrsregeln gerne frei interpretiert, egal ob von Fussgängern, Fahrrad-/Motorradfahrern oder Automobilisten.

Brunnenmosaik in Milano Marittima Centro

Ferrari 458 Italia, italienisches Blech mit 570 PS für EUR 194'000.00

Lugano in Milano Marittima (Parkanlage im Rotonda I Maggio)

Sunset beim Canale del Pino

Spargel-Carbonara im Ristorante Kalumet in Centro 

Tartar im Ristorante Pizzeria Lo Sporting

Seafood im Ristorante SaleGrosso



Die kleine Hafenstadt Cervia grenzt südlich direkt an Milano Marittima und ist bis weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt für das vor Ort gewonnene Salz. Gemäss Insidern soll es das beste Italiens sein, da es besonders rein ist. Ansonsten ist Cervia bunt und lebensfroh, hat einen schönen kleinen Hafen, die wohl weltweit kürzeste Fährverbindung (über den 20m breiten Canale di Cervia), entlang des Hafenkanals einen lebhaften Wochenmarkt mit breitem Angebot, ein trendiges Künstlerviertel und ist abends Szenetreff für Jung und Alt. Im Puro & Bio findet man zudem extrem gute Gelati!

Saline di Cervia, Anbaugebiet des "Dolce Sale" und Naturreservat

Am Canale di Cervia (Fähre inklusive)

Torre San Michele beim Museo del Sale

Kunst entlang des Hafenkanals

Viale Nazario Sauro, Szenetreff für Jung und Alt

Feinkostladen mit zahlreichen Spezialitäten aus der Emilia-Romagna

Auf der Piazza Giuseppe Garibaldi

Gelateria Puro & Bio


Wenn man in der Nähe von San Marino ist, sollte man sich die älteste bestehende Republik der Welt durchaus mal anschauen! Haben wir getan und sind am späteren Nachmittag losgefahren. Die Enklave liegt 740 m.ü.M., ist von einer hügeligen, dicht bewaldeten Landschaft umgeben, bietet eine schöne Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und in den Abendstunden eine atemberaubende Aussicht auf die Marken und Emilia-Romagna. Tipp: Es lohnt sich, einen Pullover oder leichte Jacke mitzunehmen, da es nach Einbruch der Dunkelheit relativ rasch frisch wird.

Blick auf die Marken

Stadttor von San Marino Città

In Erinnerung an die Kinder von Beslan, September 2004

In den Gassen von San Marino

Sonnenuntergang auf dem Palazzo Pubblico

Alles in allem ein schöner Urlaub, der uns als Familie noch näher zusammengebracht hat. Und genau so soll es sein, denn viel zu oft verschlingt der Arbeitsalltag wertvolle Zeit, die einem einmalige Momente verpassen lässt...!



Dienstag, 2. August 2016

Familienurlaub 1.0

So,… nach dem gestrigen Schweizer Nationalfeiertag geht's los! "Offen für die Welt, in der wir leben" (Quelle: Neue Schweizer Nationalhyme - CHymne) oder Familienurlaub 1.0 an der italienischen Adria.

Was wir erwarten: Gepflegte Sandstrände, warmes Meer, Sonne satt, nette, kinderfreundliche Leute, sahnig-fruchtiges Gelati und etwas Italianità. Mehr brauchen wir nicht, um die warmen und arbeitsfreien Sommertage mit echter Lebensfreude zu füllen. Wir sind gut vorbereitet, freuen uns auf die chaotische Lebenskultur unserer südlichen Landesnachbarn und haben Gepäck für gefühlte acht Wochen Backpacking-Urlaub auf Papua-Neuguinea dabei. Nanny inklusive. Grazie a Dio!



Meine Liebste hat für alles gesorgt und die Planung von A wie Anreise bis Z wie Zäpfchen übernommen. Nun trennen uns nur noch 590 km oder knapp 6 Std. Fahrt von der gemeinsamen Auszeit am Küstenort Milano Marittima, welches Anfang des 20. Jahrhunderts als exklusives Seebad der sonnenhungrigen Mailänder entstanden ist. Ziemlich exklusiv soll es auch heute noch sein. Gepflegte Hotels, breite Alleen, grüne Pinienwälder, schicke Bars, erstklassige Shoppingmöglichkeiten und lukullische Restaurants mit wunderbarer Küche: frisch gegrillter Fisch, Pasta, Pizza und Piadina, diesen für die Romagna typischen Fladen, dazu die guten Weine des Hinterlands.

In diesem Sinne, lassen Sie es sich gut gehen – la vita è bella!

Cordiali saluti

Man in Helvetica e famiglia







Montag, 25. Juli 2016

P.S. Weiber, Wodka und Work-out

In der Schweiz ist Peter Schneider (Psychoanalytiker und Schriftsteller) einem breiteren Publikum als Autor und Sprecher bei Radio SRF 3 (Die andere Presseschau, Philip Maloney) sowie als Kolumnist bei grösseren Tageszeitungen bekannt. Nachfolgend seine Kolumne in der gestrigen SonntagsZeitung, passend zum aktuellen Weltgeschehen:

Ein Gespenst geht um in Europa: der selbst ernannte Terrorist. Im autodidaktischen Hauruckverfahren schnellradikalisiert, war er bis vor kurzem noch Stammgast im Fitnesscenter statt in der Moschee, trank Alkohol, ass Schweinefleisch, konsumierte Rauschgift und Psychopharmaka - und ist heute schon als Amok-Lastwagenchauffeur unterwegs. Während der Germanwings-Co-Pilot Andreas Laubitz ohne 72 vaginal intakte Stewardessen in der Economyclass der Hölle schmort und jeden einzelnen Drink extra bezahlen muss, sitzt Bouhlel gemütlich an der VIP-Lounge des islamischen Trucker-Paradieses und darf so viel tanken, wie sein Herz begehrt. «Terrorist» kann sich heute jeder nennen.

Nicht mal eine berufsbegleitende Zusatzausbildung zum «Märtyrer» ist dazu erforderlich. Möglich macht es das raffinierte Geschäftsmodell des IS als einer besonderen Art von Franchise-Unternehmen: Die Lizenz zum Töten gibt es auch nachträglich zu attraktiven Gratis-Konditionen - der einmal erbrachte Tatbeweis reicht zum nachträglichen Erwerb. Ob Lastwagen, Axt, Brotmesser, frisiertes Töffli, Samurai-Schwert - man kann nehmen, was einem gerade so in den frommen Sinn kommt. Inzwischen soll es gerade unter perspektivlosen Jugendlichen in den Vor- und Hauptstädten Europas schwer in Mode sein, ungläubige Pokémons zu jagen. Nicht auszudenken, was geschieht, wenn sie sich zu diesem Zweck mit ihrem Smartphone in das Navi eines selbstfahrenden Tesla hacken und dazu Allahu Akbar kreischen.

[Quelle: SonntagsZeitung, 24.07.2016]



Sonntag, 17. Juli 2016

kcüRBlick: Sechs Anläufe für eine Traumfrau

Heute vor genau drei Jahren nahm ich Anlauf, meiner Liebsten auf dem kleinen griechischen Archipel Santorin einen Heiratsantrag zu machen. Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, bereitete ich mich über mehrere Wochen hinweg gewissenhaft vor. Ich führte intensive Gespräche mit meinem Schwiegervater in spe, um meine zukünftige Frau noch besser kennenzulernen und mir sein Einverständnis persönlich abzuholen,... war drei Mal bei Tiffany an der Bahnhofstrasse, um viel über Diamanten zu lernen und den perfekten Verlobungsring zu finden,... und rannte viele Kilometer auf meinem Runningtrail, um den Kopf zu lüften und die richtigen Worte für den Antrag zu finden.

17.07.2013, Anflug auf Santorin
Aus meiner Sicht war ich perfekt vorbereitet,... aber irgendwie kam vor Ort alles ganz anders!

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1. Anlauf | Skáros-Felsen, 18. Juli 2013
Vorgelagert zum Grace Santorini, das bei Imerovigli hoch über der Caldera thront, erhebt sich der Skáros-Felsen. Dieser 230 Meter hohe Steinbrocken ist nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern bietet eine schöne Aussichtsplattform mit freier Sicht von Oia über Thirassia, Nea Kameni bis hin zur südlichen Spitze von Santorin.

Skáros Rock (links) mit Blick auf die Caldera


Am zweiten Urlaubstag wollte ich meiner Liebsten auf dieser Aussichtsplattform die Frage aller Fragen stellen und lud sie spontan ein, den Felsen vor Einbruch der Abenddämmerung gemeinsam zu erklimmen. Etwas widerwillig erklärte sie sich bereit und so marschierten wir am späteren Nachmittag gemeinsam los. Nach zahlreichen Stufen, unwegsamen Schotterwegen, zig Dornenbüschen und steilen Klippen standen wir plötzlich im Kamin des Felsen. Hier endete der begehbare Weg leider genauso schnell wie mein Plan, denn auf Klettern (Schwierigkeitsstufe III) hatte meine Liebste nicht wirklich Lust bzw. war schlicht zu klein, um den ersten Griff sicher zu ergreifen.

Fazit: Abenteuerliche Plätze, falsches Equipment und fehlende Suizidgedanken ersticken einen romantischen Antrag direkt im Keim. Ich verschob meinen Plan auf unbestimmte Zeit…!

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2. Anlauf | Sunset-Tour, 19. Juli 2013
Am dritten Urlaubstag wollten wir die Caldera und gesamte Schönheit von Santorin im Rahmen einer Sunset-Tour anschauen. In dieser Sunset-Tour sah ich eine wunderbare Gelegenheit, meiner Liebsten irgendwo zwischen den heissen Quellen von Nea Kameni und dem angekündigten BBQ mit fangfrischem Fisch, die Frage aller Fragen zu stellen.

Sunset

Ich wusste schnell, wo ich den Verlobungsring sicher verstecken konnte,… mit welchen Worten ich den Captain in meinen Plan einweihen wollte und welches Equipment (Champagner, Gläser, etc.) ich noch zu organisieren hatte. Mein Plan zerlegte sich jedoch in unbrauchbare Einzelteile, als wir ein Paar aus Israel kennenlernten und gemeinsam an Bord der Yacht gingen. Gemeinsam redeten, tranken und lachten wir viel,… sehr viel. Den Abend verbrachten wir anschliessend noch an der Hotelbar des Grace Santorini und philosophierten bis spät in die Nacht mit süffigem Weisswein und leckeren Cocktails.

Fazit: Neue Bekanntschaften, unerwartete Erlebnisse und die Konsumation alkoholischer Getränke in geselliger Runde verunmöglichen die ernsthafte Formulierung einer sehr persönlichen und lebensverändernden Frage im kleinstmöglichen Rahmen. Ich verschob meinen Plan auf unbestimmte Zeit…!

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3. Anlauf | Oia, 20. Juli 2013
Ein Ausflug nach Oia, das kleine Dorf am nördlichen Caldera-Rand, ist ein absolutes Muss für jeden Santorinurlauber. Neben vielen Sehenswürdigkeiten (Kirche von Panagia, Windmühlen, Museen) findet man in Oia wunderbare Tavernen, tolle Boutiquen und abends den weltweit bekanntesten und schönsten Sonnenuntergang überhaupt. "Wenn nicht dort, wann und wo dann?", dachte ich mir und machte mich bereit für Anlauf Nr. 3.

Blick auf Oia


Mein Plan löste sich jedoch in Luft auf, als sich meine Liebste in einem kleinen Schmuckgeschäft spontan in eine Halskette verliebte und ich ihr den Wunsch einfach nicht abschlagen konnte. Sind Sie schon mal in verliebten Augen versunken, die mit einer Vollmondnacht über der Caldera um die Wette glitzern?! Sehen Sie,… ich auch nicht, man(n) ist so einfach zu manipulieren.

Fazit: Spontane Schmuckgeschenke zerstören die Bedeutung, Einzigartigkeit und Wichtigkeit eines Verlobungsrings bzw. Antrages mit Faktor Drölfzig Zillionen. Ich verschob meinen Plan auf unbestimmte Zeit…!

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4. Anlauf | Oia, 21. Juli 2013
Dank des Grace Santorini bekam Oia eine zweite Chance und wir einen Sunset Dinner-Table im 1800. Dieses exklusive Restaurant bietet den perfekten Rahmen für ein Dinner zu zweit und ist die ideale Bühne für einen unvergesslichen Heiratsantrag: beste Lage, romantische Dachterrasse, ausgezeichnete Küche, erlesene Weinkarte und freie Sicht auf den Sonnenuntergang - ein Royal Flush auf die griechische Art!

Apéro auf der Dachterrasse des 1800


Alles lief wie am Schnürchen, bis sich mein Plan nach dem ersten Glas Champagner verflüssigte. Die aufkeimende Nervosität rief urplötzlich körperliche Dringlichkeiten auf den Plan, die weder geplant, noch zu verschieben und schon gar nicht zu unterdrücken waren.

Fazit: Unterschätze nie die Kraft des vegetativen Nervensystems! Erst recht nicht, wenn es dein eigenes ist! Ich verschob meinen Plan auf unbestimmte Zeit…!  

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5. Anlauf | Filmset, 22. Juli 2013
Nach einem erholsamen Beachday an der Südküste, freute ich mich auf einen planlosen Abend ohne weitere Ausflüge. Während der Rückfahrt ins Hotel schmiegte sich meine Liebste auf dem Quad eng an mich, ich lachte der Abendsonne entgegen und hatte eine zündende Idee. wie ich ihr die Frage aller Fragen stellen konnte...!

Am Filmset von Beijing Love Story


Als wir im Hotel ankamen staunten wir Bauklötze, da sich neben unserer Junior Suite eine chinesische Filmcrew mit viel Equipment, Statisten und Lärm installiert hatte. Meine Liebste brachte schnell in Erfahrung, dass soeben eine romantische Folge der Serie 'Beijing Love Story' gedreht wurde und beerdigte mir dieser Feststellung meinen Geheimplan. Fasziniert verfolgte sie das Geschehen am Set mit und war nicht zu schüchtern, mit Tony Leung Ka-Fai (famous like Tom Cruise!) und Carina Lau (famous like Angelina Jolie!) auf Tuchfühlung zu gehen.

Fazit: Neben Hollywood, Bollywood und chinesischen Filmstars fühlt man sich einsam, bedeutungslose und kleiner als R2-D2. Ich verschob meinen Plan auf den letzten Tag!  

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6. Anlauf | Candlelight-Dinner, 23. Juli 2013
Für unseren letzten Abend auf Santorin organisierte ich ein Candlelight-Dinner am Infinity-Pool des Grace Santorini und liess beim Personal extra eine Flasche Dom Pérignon (Vintage 2004!) kalt stellen.

Candlelight-Dinner with a view!

Mein Plan musste klappen,... die Highlights der Insel hatten wir alle gesehen, den Skáros-Felsen liessen wir unbeklettert stehen, die Israelis waren abgereist, die Chinesen hatten alle Szenen im Kasten und eine weitere Chance bot sich nicht an, da unser Rückflug am nächsten Tag definitiv bestätigt war. Meine letzte Chance drohte jedoch zu verpuffen, als sich während des Candlelight-Dinners eine getigerte Katze auf Samtpfoten näherte. Wer meine Liebste kennt weiss, dass sie ein grosses Herz hat,... für Tiere (ausser Schlangen!) sogar deren zwei. Und als sie mit der Fütterung begann und plötzlich einen Klecks griechischen Fava genau dort drapierte, wo ich meinen Kniefall milimetergenau plante, wurde mir echt Angst und Bange. Da das Scheissdrecksviehdie getigerte Katze keinerlei Interesse zeigte, ihren Platz am Tisch kampflos aufzugeben, war ich gezwungen, mich mit Dom Pérignon wichtigen Glaubensfragen zu widmen und einen Notfallplan zu kreieren. Es dauerte etwas über eine Stunde, bis ich Gedanken und Wortwahl neu sortiert hatte und erst zurück in der Junior Suite den langersehnten Moment des richtigen Zeitpunkts ausnutzen konnte.
Ich war nervös wie ein Erdmännchen und versuchte unsere perfekte Woche mit leicht unsortierter Wortwahl zusammenzufassen. Ich liess mich selbst dann nicht aus der Ruhe bringen, als sie mich zwischenzeitlich fragte, ob ich gerade dabei sei, Schluss zu machen. Ich blieb konsequent, redete mich um Kopf und Kragen und näherte mich fokussiert meinem Schlussbouquet mit der Frage aller Fragen. Hat geklappt,... kurz nach 22.00 Uhr war ich nicht nur verlobt, sondern fix und fertig!

Fazit: Es lohnt sich, für eine Traumfrau am Ball zu bleiben,… auch dann, wenn man ein paar Extrameilen gehen muss!

Freitag, 15. Juli 2016

Wie soll ich das meinem Sohn erklären?!

Heute Mittag stellte ich mir die Frage, wie ich meinem Sohn später mal gewisse Dinge erklären soll.
Dinge, mit denen ich als Kind nicht konfrontiert war.
Dinge, die mich als Erwachsener zu tiefst erschüttern.
Dinge, die mir als Vater Angst machen.

Heute bin ich froh, dass mein Sohn noch keine Fragen stellt.
Fragen nach dem wieso und warum?
Zum Beispiel zu diesem feigen Anschlag von gestern Abend in Nizza.

Ich hätte keine Antwort!
Weil ich rat- und sprachlos bin.
Weil ich keine Worte finde.
Worte, die diese Tat begründen, erklären oder rechtfertigen.

In Nizza sind gestern Abend mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen, darunter 10 Kinder.
Kinder, die keine Fragen mehr stellen…!

@sickofthisshit

Mittwoch, 13. Januar 2016

Im Zauber eines Anfangs

Kennen Sie das Anna-Karenina-Prinzip?

Es beschreibt ein allgemeines Prinzip, nach dem mehrere Faktoren oder Bedingungen zum Gelingen einer Sache erfüllt sein müssen und das Fehlen eines einzelnen Faktors zum Scheitern oder Ausschluss führt.
Das Anna-Karenina-Prinzip trifft für alle Lebensthemen zu, egal ob im Privat- oder Berufsleben, und ist eine ganz spannende Sache, mit der ich mich in den vergangenen Wochen auseinandergesetzt habe.

Grundlage des Anna-Karenina-Prinzips ist der erste Satz aus dem Roman Anna Karenina von Leo Tolstoi:
"Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich."

Als Ehemann, Freund, Liebhaber und angehender Vater stellte ich mir über die Festtage die Frage,
was es für MICH braucht, um glücklich zu sein.
Und zu bleiben!

Der Gedanke an die bevorstehende Veränderungen,
welche das eigene, vertraute Leben auf den Kopf stellen werden
und Begriffe wie "Vaterrolle", "Kind" und "eigene Familie"
sind noch fremd, unvertraut und mit zahlreichen Fragen verbunden.

Erlebe ich Familie, Partnerschaft und Umfeld, wie ich es mir wünsche?
Was wird wichtig, was unwichtig?
Werde ich den neuen Ansprüchen gerecht?
Wie verändert sich das eigene Leben?
Kann ich weiterhin das leben, was mir wichtig ist?
Welche Pläne, Wünsche und Ziele lassen sich verwirklichen?
etc.

Im Kreise der Familie wurde mir bewusst, dass es die selben Faktoren wie bisher braucht:
Kommunikation, Gesprächs-/Streitkultur, Offenheit, Wertschätzung, Toleranz und Akzeptanz.
Übereinstimmung in ethischen Wertehaltungen, Umgang mit Familie, Freunden und soziales Umfeld.
Sicherheit und Freiheit in finanziellen Angelegenheiten.
Lebendige und gelebte Traditionen, gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz.
Sensibilität, Leidenschaft und sexuelle Anziehung zum Partner.
Und NEU: Klarheit in Kindererziehung und Rollenverteilung.

In +/- 70 Tagen werden die Fragen nach und nach beantwortet,
in ein paar Jahren kann ich mitreden.

Was ich mir heute wünsche:
Eine persönliche Entwicklung, Entfaltung und Bereicherung.
Geborgenheit, Inspiration, Gesundheit und Glück in der Familie.
Und immer wieder einen Zauber des Augenblicks... oder ein Flügelschlag,
wie im folgenden Gedicht von Wolfgang Weigand.


Zauber

Neues wagen, Altes loslassen.
Träume umsetzen, Ungewohntes begehen.
Vertrauen dass es gut kommt,
mit dem Leben, mit der Herausforderung.
Ein kleiner Schritt nach dem anderen ist noch keine Weltreise,
aber doch der Beginn einer neuen Welt.
Manchmal reicht schon ein Flügelschlag
und der Wind beginnt sich zu drehen,
im Zauber eines Anfangs.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten!

Es ist die Tradition von Weihnachten,
die uns zusammenbringt und hilft,
seine wahre Bedeutung zu verstehen.

Es ist die Zeit, in der wir die Vergangenheit ehren,
aber auch gemeinsam in die Zukunft blicken.

Und die Hauptzutat ist nicht ein gutes Essen,
ein süffiger Wein oder ein schicker Ort,
es sind die Menschen, mit denen wir uns umgeben
und diese Tradition teilen.

Somit auf Familie und Freunde, hier uns sonst überall!

Ihnen wünsche ich ein wundervolles Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten,
geben Sie aufeinander acht und geniessen Sie das Zusammensein.

Frohe Weihnachten!