Montag, 20. April 2009

Schwachsinn aus Bern Nord/Ost

oder Die Frau geht mir tierisch auf den Sack!

Für die Erstellung und den Versand einer Case Study pflege ich zur Zeit intensiven Kontakt mit der Marketingabteilung eines grossen Schweizer Unternehmens. Die spezialisierte Abteilung beschäftigt - aus nicht qualifizierter Sicht - ca. 1'000 Mitarbeiter/innen und keiner weiss, was der/die andere tut (oder eben nicht tut). Aber mir soll's egal sein, Hauptsache die finanzieren meine Case Study! Was mich aber tierisch nervt, ist der weibliche Head of Marketing & Communications dieses Unternehmens!!!

[Geht das überhaupt...ich meine DER weibliche Head of Marketing?]

Auf jeden Fall bombardiert mich...der...oder...die...ehm, ich meine das Geschöpf am oberen Ende der Marketingkette seit Tagen mit unsinnigen Mails und blöden Fragen. Dabei handelt es sich nie um wirklich wichtige Rückfragen oder Inputs, denn das Projekt ist klar definiert. Ein kleines Beispiel aus meinem Mail-Account...der...oder...die...ehm, ich meine das Geschöpf schrieb mir folgendes:

"Das Papier für die Case Study sollten wir noch genauer klären. Wir verwenden standardmässig Superset Snow, 200 gm2. Kann Ihre Maschine das verpacken? Wir können sicherlich auch eine leichte Variante von der Papiersorte verwenden. Ich kläre mal ab, ob es auch 120 oder 160 gm2 gibt. Sollen wir den Bericht auf A5 falzen lassen oder wollen Sie den Bericht in DIN A4 Format beilegen?"

Hallo? Ich meine HAAAAAALLLLLLOOOOOO, wo sind wir eigentlich? Haben Sie zu viel Zeit oder einfach nur eine hormonelle Störung? Wurden Sie gestern Abend geschlagen oder hat man Ihnen in der Kaffeepause etwas in den Becher geschüttet? Oder kann es sein, dass Sie heimlich aber definitiv zuviel, die Nase mit Super Snow pudern? Ich würde Ihre Fragen auch verstehen, wenn Sie sexuell frustriert sind - es kann nicht toll sein, wenn man horizontale Höhepunkte vorspielen muss! Wo sitzt bei Ihnen eigentlich die Schraube locker? Im Keller hätte ich noch einen 300W Akkuschrauber...den könnte ich locker mal auslehnen!

Gerne erinnere ich mich Nachdruck an unser Briefing und die abgegebenen Unterlagen betr. Auflage, Format, Umfang, Vorstufe, Druck, Ausrüstung, Papier und Termine!!! In diesem Arbeitspapier steht ALLES schwarz auf weiss! Deshalb meine Warnung: Noch eine Frage in Sachen Case Study und ich ändere meine Vorgaben wie folgt:
  • Auflage: 1'000'000 Exemplare
  • Format: DIN A4
  • Umfang: 2 Seiten
  • Druck: 5/5-farbig Skala, randabfallend
  • Ausrüstung: 1x gefalzt, verpackt in C5 Couvert (handschriftlich angeschrieben), frankiert mit Mauritius Post-Office Marken, Wachs-Siegel mit Firmenlogo auf Rückseite, zweckmässig bandiert in Schachteln verpackt und auf Paletten abgesetzt
  • Papier: chinesisches Seidenpapier, 120 gm2, holzfrei mit Goldrand (18 Karat)
  • Lieferung: innerhalb 10 Tagen

Ist jetzt noch irgendetwas unklar Frau Head of Marketing & Communications...?!?

Sonntag, 19. April 2009

Tinku Festival in Bolivien

oder Die Fresse polieren und dabei Spass haben.

MiH staunte nicht schlecht, als er gestern Abend eine BBC Dokumentation über Gewalt konsumierte. In den bolivianischen Anden, nördlich der alten und legendären Silberstadt Potosi existiert noch heute ein archaisches Festival mit dem klangvollen Namen "Tinku".



Die Angehörigen der Macha, Pukwata, Chayanta und Sakava versammeln sich in auserwählten Gruppen jeweils zu einem festen Zeitpunkt im religiösen und jahreszeitlichen Kalender. Es wird getanzt und musiziert, und vom Coca- und Alkoholkonsum zum Kampf stimuliert bewaffnen sich die Kontrahenten mit Lederhelmen, festen Handschuhen, Steinschleudern und bleibeschwerten Bolas, um sich im Zweikampf mit den anderen zu messen. Das Vergiessen menschlichen Blutes ist dabei von elementarer symbolischer Bedeutung. Der Schlagabtausch ist jedoch strikten Regeln unterworfen, die streng kontrolliert werden. In dem Augenblick, in dem die Überlegenheit der anderen Seite zu deutlich wird und die andere zu vernichten droht, treten die Frauen gruppenweise vor die Männer und bringen das Steineschleudern zum erliegen.

Moral des Beitrages: Beim Fressepolieren kann man auch Spass haben!

Samstag, 18. April 2009

Grand-Prix von Bern

oder Die 10 schönsten Meilen der Welt.

Heute ist wieder die halbe Bundeshauptstadt auf den Beinen...und noch einige mehr von nah und fern! Es ist Zeit für den Grand-Prix von Bern. Seit 1982 ein Klassiker! 16'000 Läufer/innen starten über die 16,093 km lange Strecke. Vom Stade de Suisse durch die Berner Altstadt, entlang der Aare durch den Tierpark, zurück in die Stadt durch die Bundesgassen bis zum Ausgangspunkt im Stade de Suisse.



MiH wünscht allen Läufer/innen viel Spass...und wird bei Kilometer 14,5 (beim Heart-Break-Hill aka Aargauerstalden) ein paar kühle Biers geniessen!



Bemerkung am Rande: Im Kalenderjahr 2010 wird MiH aktiv am GP teilnehmen...das Training läuft bereits auf vollen Touren. Geplant ist ein Start im Team "Springbocki".

Freitag, 17. April 2009

Handnotiz in der Mittagspause

oder Fremde Gedanken auf Papier.

In der Mittagspause verpflegte ich mich in einem Café, stöberte durch die Pendlerzeitungen und stiess per Zufall auf folgende Handnotiz, welche jemand auf eine Zeitung gekritzelt hat.

"Liebe kommt zu denen, die immer noch hoffen, obwohl sie enttäuscht wurden. Zu denen, die immer noch glauben, obwohl sie verraten wurden. Zu denen, die Liebe brauchen und zu all denen, die immer noch lieben, obwohl sie verletzt wurden."

Ich überlegte einen Moment und las die Notiz ein zweites Mal. Danach fiel mir spontan der Song "Der Prophet" aus dem Album Weltreise von Schiller ein...irgendwie passend...!

"Winkt dir die Liebe, so folge ihr sind auch ihre Wege hart und steil. Und umfahren dich ihre Flügel, so ergib dich ihr, mag auch das unterm Gefieder verborgene Schwert dich verwunden. Und redet sie mit dir, so trau ihrem Wort, mag auch ihre Stimme deine Träume erschüttern, wie der Nordwind den Garten verwüstet. Liebe gibt nichts als sich selber und nimmt nichts als aus sich selbst heraus. Liebe besitzt nicht und lässt sich nicht besitzen, denn Liebe genügt der Liebe."

Donnerstag, 16. April 2009

Schwarze News, rote Zahlen und blaue Briefe

oder UBS general meeting of shareholders.

Als ehemaliger UBS-Mitarbeiter und Kleinaktionär blutet mein Herz! Der neue CEO Osi Grübel musste gestern sagen, was zu sagen ist: "Leider kann ich Ihnen noch keine erfreulichen Nachrichten überbringen, sondern muss Ihnen weitere schlechte Zahlen und einschneidende Massnahmen zumuten."

In Kurzform: 23 Mrd. Franken Geldabfluss, 2 Mrd. Franken Verlust im 1. Quartal und 8'700 blaue Briefe, davon 1'500 in der Schweiz.

Ja, Vertrauen zurück zu gewinnen ist ein langer, steiniger Weg. Insbesondere dann, wenn andere Banken bereits wieder rentabel arbeiten und unsere UBS noch immer hinterherhinkt...! Hoffen wir das Beste für den Finanzplatz Schweiz.

Mittwoch, 15. April 2009

Ausschreibung im Einladungsverfahren

oder Das Pflichtenheft eines Informatikberaters.

Alleine das Wort "Informatikberater" genügt, um meinem Stoffwechsel zu signalisieren, dass er mit der Produktion von fiesen, grossen und ekligen Pickeln anfangen soll (mit Aussicht auf einen Eintrag im Guinness Book of World Records 2010). Eigentlich eine Schande, dass ich das mit 32 Jahren noch erleben muss...!

Im Rahmen eines IT-Projektes kann/darf/soll/muss ich ein 64 seitiges Pflichtenheft beantworten. Freude herrscht! Hier ein kleiner Einblick in ein streng vertrauliches Dokument:

Pos. 3.4.7 Dynamische Schrifgut-Herstellung und -Gestaltung
"Alle Dokumente müssen nach definierter Corporate Identity gestaltet sein."
MiH: Gibt es Softwarelösungen, die das NICHT können?!?

Pos. 3.4.13 Sicherheit
"Sämtliche Datenmutationen in der Datenbank müssen nachvollziehbar registriert werden."
MiH: Solange es der/die Benutzer/in auch kann...kein Problem!

Pos 3.4.16 Generelle Datenschnittstelle für individuelle Auswertungen
"Für weitergehende, individuelle Auswertungen soll ein marktübliches Datenbank-Auswertungsprogramm (z.B. Crystal Report Porgramm) verwendbar sein."
MiH. Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih, meine Pickel sind gerade geplatzt...!

Pos 3.9 Extranet / Closed User Group
"Der Zutritt zur Closed User Group muss mit Passwort gesichert sein."
MiH. Okay, lässt sich einrichten, sonst wär's ja eine Open User Group!

Erstaunlich, wofür Kunden Geld zahlen...so ein Informatikberater verdient eine ordentliche Stange Geld und macht freundlicherweise den Hinweis: "Für den Antrag und die Offertstellung und die damit zusammenhängenden Arbeiten (inkl. Präsentationen) entstehen dem Ausschreiber keine Kosten."

Dienstag, 14. April 2009

Time for Astboerg MEGALOCK

oder Ein Meisterstück aus Berlin.

Sieht echt scharf aus, die Uhr aus Berlin (meine Lieblingsstadt in Deutschland). Schön, dass es heute noch Uhren gibt, die von Meisterhand entworfen werden. Astboerg, hier habt ihr ganze Arbeit geleistet!