Donnerstag, 9. Januar 2014

Buchhaltungswahnsinn

Im Rahmen einer möglichen Wohneigentumsfinanzierung wurden mir soeben die nackten Tatsachen meines Finanzhaushaltes präsentiert,... eine äusserst interessante und spannende Erfahrung.

  • Ausgaben für Wohnen: Ich muss fast 45 Tage pro Jahr arbeiten, um meine aktuelle Wohnsituation zu finanzieren! Oha,… nicht gerade wenig,… beinahe das Doppelte meiner Urlaubstage!
  • Ausgaben für Verpflegung: 12,25 % meines Nettolohns geht jährlich für die Verpflegung drauf. Passt schon,… ich trinke und esse für mein Leben gern,… ist ja auch eine Art Investition in den eigenen Körper!
  • Ausgaben für Steuern: 11,32 % gehen für Vater Staat weg. Hat sich gegenüber Bern zwar massiv verbessert,… aber ich erkenne dennoch Optimierungspotential!
  • Ausgaben für Sparen: Ich leiste jährlich 162 Arbeitsstunden, um etwas auf die hohe Kante zu legen,… für meine Nichte, mein Patenkind und meinen eigenen Lebensabend!
  • Ausgaben für Versicherungen: Die ganzen Rechnungen für Krankenkasse, Auto-, Hausrat- und Reiseversicherungen fressen jährlich 4,34 % meines Nettoeinkommens weg. Das Wort „Versicherungsbetrug“ klingt plötzlich unheimlich verlockend!
  • Ausgaben für Kommunikation: Mein Komfort-Paket für Festnetz- und Mobiletelefonie, Internet und Digital-TV kostet mich nur geringfügig weniger als die Versicherungen. Damit ich mein jährliches Gequatsche und Vergnügen im World Wide Web bezahlen kann, muss ich pro Jahr 8 (in Worten: ACHT!) Tage arbeiten! Eindeutig zu viel. Und eindeutig der falsche Telekommunikationsanbieter!
  • Ausgaben für Mobilität: 3,43 % gehen für den jährlichen Ärger auf Schweizer Strassen und Schienen drauf! Ich bin bekloppt…!
  • Ausgaben für Gesundheit: Die jährlichen Ausgaben betragen lediglich 2,74 %. Weiss noch nicht, wie ich diesen Wert einschätzen soll,… dachte immer, mein Körper ist mir wichtiger!
  • Ausgaben für Sonstiges: Satte 20,47 % - und somit gleich viel wie für die die Ausgabenposition „Wohnen“ – gehen für sonstige Ausgaben wie beispielsweise Reisen, Kleider/Schuhe, Ausgang, Zeitschriften, Geschenke, Rauchen etc. weg! Erschreckend: Die Ausgaben für Rauchen sind höher als meine jährlichen Krankenkassenprämien!!! Ich sollte sofort aufhören… oder die Franchise reduzieren,… für den ganzen Scheiss, der kommen wird…!
Unter dem Strich bleibt ein Einkommen aus 33,5 Arbeitstagen, das nicht zugeordnet werden kann bzw. zur freien Verfügung steht. Leider reicht es noch nicht ganz für die saubere Finanzierung des Traumhauses.

Noch nicht!

Kommentare:

  1. Hey Man. Wir haben vor 13 Jahren gebaut und jetzt legen Sie mal noch 3 Kids dazu... Überlegen Sie es sich gut - wobei *grübelgrübel* auf der eigenen Terrasse zu sitzen, im eigenen Garten im Dreck zu wühlen... das is`es schon wert :)

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  2. Die Ausgaben fürs Rauchen sind höher als die jährlichen Krankenkassenprämien? Hm... sagen Sie das doch mal der Krankenkasse und die drehen bestimmt sehr gerne ein bisschen am Prämienschräubchen, um Ihnen den Rauch zu drosseln. ;))

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    1. Mmh,... dieser Lösungsansatz gefällt mir irgendwie nicht,... aber danke! Es muss einen anderen, einen besseren Weg geben.

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    2. ;) Gibt es sicher, den besseren Weg. Und den finden Sie auch. Aber von mir als Nichtraucher ist in so einem Punkt nur milder Spott zu erwarten. ;)

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  3. Tut aber ganz gut, solche Sachen mal durchzurechnen, nicht wahr? Man merkt dann , dass es nicht die Mäuse sind, die das Geld fressen, nein, man gibt es selbst mehr oder weniger sinnvoll aus.
    Aber sobald mal klar ist, wie viel Munition man hat, kann man die Kanone auch auf sein Wunschziel richten. In diesem Sinne: Alles Gute bei den Plänen!

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    1. Auf jeden Fall und absolute Pflicht! Wirklich interessant, wo die ganze Kohle so hingeht,... einige Positionen haben mich wirklich überrascht!
      Ich richte jetzt meine Kanone aus, das Ziel ist bereits glasklar!

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  4. Ausgaben für Steuern: 11,32 % gehen für Vater Staat weg ....
    MEHR NICHT ????? Ich zieh in die Schweiz ....

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    1. Ist so... und damit herzlich willkommen in der Schweiz! Aber ACHTUNG bei der Wahl des Wohnortes, nicht alle Kantone sind steuergünstig! Haben Sie schon eine Präferenz?

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  5. Herr MiH, Ihr Einkommen hätte ich gerne ^^

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    1. Die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung auch?

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    2. Wenn ich ich Ihre Fähigkeiten hätte, dürften die Aufgaben lösbar und die Verantwortung handhabbar :)

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    3. Auf jeden Fall... und was nicht ist, kann ja noch werden!

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  6. Leicht geschockt und gleichzeitig froh, dass ich mir diese Rechnung noch nicht gemacht habe.
    Haben Sie sich den jetzt einen Sparplan aufgebrummt?

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    1. Eher einen Optimierungsplan,... die Ausgaben werden geringfügig verschoben.

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