Donnerstag, 30. Mai 2013

Hypothetische Frage, Teil II

Inspiriert von Inferno (das neue Buch von Dan Brown), habe ich gestern die hypothetische Frage gestellt, ob Sie die halbe Weltbevölkerung eliminieren würden, um unsere Spezies vor dem Aussterben zu bewahren?

Wie lautet Ihre Antwort, wenn Sie nachfolgende Grafik in Ihre Überlegungen miteinbeziehen? Sie zeigt die Umweltprobleme auf, die nach Ansicht der WHO die stärksten Auswirkungen auf die Weltgesundheit haben (z.B. wachsender Bedarf an sauberem Wasser, die globale Erwärmung, den Schwund der Ozonschicht, den Verbrauch der ozeanischen Ressourcen, das Aussterben zahlloser Spezies, den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration, die Abholzung der Urwälder und den globalen Anstieg des Meeresspiegels) im Vergleich zum Bevölkerungswachstum.

Ist unsere Krankheit die Überbevölkerung?

Daher nochmals die Frage: W¨ürden Sie die halbe Weltbevölkerung eliminieren (selbst wenn es bedeuten würde, dass Sie Ihre Freunde, Familie, möglicherweise sogar sich selbst töten), um unsere Spezies vor dem Aussterben zu bewahren?

Kommentare:

  1. Ich bin erstaunt diese Frage ausgerechnet von Ihnen zu lesen.

    Ich finde es eine barbarische Herangehensweise an das Problem und die Frage stellt sich mir nicht.

    Da kommt nämlich gleich die nächste Frage auf.

    Werden die Menschen nach einem Zufallsprinzip getötet oder gezielt ausgesucht?

    Im ersten Fall ist es nicht wirklich gewährleistet, dass das Problem gelöst wird, weil möglicherweise diejenigen die überleben auch diejenigen sind, die die meisten Probleme verursachen, im zweiten Fall: Wer will sich anmaßen diese Entscheidung zu treffen.

    Nein, die Frage ist hypothetisch und somit nicht zu beantworten.

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    1. Weshalb erstaunt?

      Klar, die Herangehensweise ist barbarisch und stammt 1:1 aus Inferno (übrigens genial!), aber das "Problem", das die Menschheit früher oder später ernsthaft bedroht, besteht m.E. durchaus. Wie kann man es also angehen? Dan Brown hat sich mit dem Thema ernsthaft befasst und stellt in Frage, ob all die Organisationen/Regierungen das Richtige tun, indem sie Menschenleben verlängern, gegen jede Krankheit ein Mittelchen zum entwickeln, genmanipulierte Lebensmittel züchten, etc.?

      Diese Überlegungen sind erschreckend, aber durchaus interessant. Er stellt auch die Frage, ob wir heute Kinder in eine solche Welt setzen wollen, die vielleicht das Ende der Menschheit miterleben. Wahrlich spannend!

      Und ja, die Frage ist selbstverständlich hypothetisch. War ja auch so gekennzeichnet und nicht anders gemeint!

      Lesen Sie Inferno, es ist wirklich toll!

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  2. Die Antwort kann imho nur "Nein" lauten - nicht aus moralischen Erwägungen, sondern weil die Eliminierung nach dem Zufallsprinzip den unmittelbaren Zusammenbruch sämtlicher von Menschenhand geschaffener Systeme und Strukturen zur Folge hätte. Was das Aussterben der Menschheit als Ganzes nicht unbedingt aufhalten würde, das Gegenteil dürfte der Fall sein.

    Am Ende wird es uns nicht erspart bleiben, sehenden Auges den eigenen Untergang mitzuerleben - günstigstenfalls wird sich das Finale noch ein wenig hinauszögern lassen, vielleicht um ein paar Hundert Jahre?
    Kleiner Trost: Das ist dann noch nicht das Ende der Welt - im Laufe der nächsten Jahrmillionen wird sich sicher wieder eine Lebensform finden, die in dem vom Menschen hinterlassenen Chaoas prima zurechtkommt.

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    1. Würde es wikrlich das Gegenteil auslösen? Wenn ja, weshalb?

      Ich denke auch, dass die Uhr bereits heute auf 5 vor 12 steht und wir eigentlich nur noch einen schönen Untergang vor uns haben. Das Rad lässt sich bei der aktuellen Entwicklung nicht aufhalten.

      Was danach kommt, wissen Gott sei Dank nur die Götter! Aber Chaos klingt gut und abwechslungsreich.

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    2. >Würde es wikrlich das Gegenteil auslösen? Wenn ja, weshalb?

      Na, stellen Sie sich das nur mal in Ihrem Umfeld vor: Sie wachen morgens auf und jede zweite Person, mit der Sie bislang zu tun hatten, ist nicht mehr da. Ganz abgesehen von den privaten Dramen: Keine Produktionskette kann mehr zu Ende geführt werden, sämtliche Prozesse brechen zusammen. Da braucht man nicht allzuviel Fantasie, schon nach wenigen Tagen wird es zu einem Mangel an den elementarsten Dingen kommen...

      Wenn Sie das doch eher düstere INFERNO hinter sich haben, nehmen Sie mal "Gott bewahre" von John Niven vor - bei aller Ernsthaftigkeit des Themas ein höchst vergnüglicher Blick hinter die Kulissen...

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    3. Ob jede Produktionskette total zusammenfallen würde, lasse ich mal offen, sofern nicht ganze Berufsgruppen oder Know-how Träger eliminiert werden. Klar, Aufbau- und Ablauforganisationen müssen neu strukturiert werden und es gäbe Lücken,... aber ein Totalausfall aller Produktionsketten?!? I don't think so!

      Das wäre aus meiner Sicht viel eher der Fall, wenn weltweit das gesamte Energienetz ausfällt. Weiter ist zu beachten, dass bei halber Bevölkerungsdichte auch weniger Nachfrage da ist. Daher glaube ich, dass ganz grundlegende Dinge (überlebenswichtige!) immer noch zu bewerkstelligen wären. Nicht einfach und bestimmt nicht in vergleichbarer Qualität, aber machbar (mit negativen Folgen in einigen Berufsgruppen wie z.B. Medizin, Forschung, Energie, etc.).

      Danke für den Tipp, schaue ich mir gerne an!

      PS: Als Denkanstoss finde ich die hypothetische Frage wirklich interessant, was nicht heisst, dass ich die Lösung erstrebenswert finde.

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  3. Heftige Fragen. Ich glaube Ihr kopf braucht Entspannung von solchen dingen. Solche Fragen sollte man sich nicht ernsthaft stellen.

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    1. Genau das mag ich an Dan Brown! Er nimmt mich mit auf eine Reise,... auch wenn sich diese primär in der Gedankenwelt abspielt, aber sie regt zum Nachdenken an. Da packt er mich immer!

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  4. Ich verweise auf meine Antwort von gestern.

    Unsere "Krankheit" hat vielleicht auch was mit der Missachtung dessen zu tun, dass jede Aktion eine Reaktion nach sich zieht. Auch dann, wenn man die Reaktion nicht gleich sieht und sie sich schleichend vollzieht... und dummerweise die trifft, die keine Lobby haben.

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    1. Habe ich gesehen, aber ich wollte die heutigen Fakten noch einbringen. Interessant zu sehen war, dass keiner nach dem eigentlichn Grund gefragt hat. Nach dem Grund, weshalb die Menschheit untergeht.

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  5. Ich fände es OK, wenn wir aussterben. Ganz ehrlich! Wir sind doch nur eine Spezies unter vielen. Blöd ist halt, dass wir so viel Dreck hinterlassen, der sogar unsere Kadaver überdauern wird.

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    1. Ich glaube die Spezie Mensch muss sich weiterentwickeln, um überhaupt eine Chance zu haben. Aber hierfür wird die Evolution schon sorgen,... oder die natürliche Selektion.

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    2. Der Darwin-Award ist schon ein erster Schritt in die Richtung ;-)
      Haben Sie Kinder?

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  6. Mir ist nicht ganz klar, warum das Eleminieren der Hälfte der Weltbevölkerung die andere Hälfte retten sollte. Aktuell bevölkern so um und bei 7 Mio. Menschen die Erde. Irgendwann zwischen 1965 und 1970 lag die Zahl der Weltbevölkerung bei der Hälfte, sprich 3,5 Mio. Menschen. Würde heute die Hälfte der Weltbevölkerung eliminiert, würde das heißen, dass wir in knapp 50 Jahren wieder genau da sind, wo wir heute sind... und das würde bedeuten, das 3,5 Mio. Menschen sterben mussten um dem Rest der Menschheit 50 Jahre Aufschub zu gewähren.

    Mich würde vor allem interessieren, warum wir aussterben würden, wenn wir die Hälfte der Weltbevölkerung NICHT eleminieren.

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    1. Erst einmal wollen wir festhalten, dass auf unserem Planeten 7,1 Mrd. Menschen leben (nicht 7 Mio.!) und dann kann man sich zwangsläufig die Frage stellen, ob eine anhaltende Bevölkerungsexplosion gut ist bzw. wie viele Menschen der Planet versorgen kann. Bei anhaltender Entwicklung und gleichbleibender Nachfrage bzw. Verhalten bestimmt nicht mehr x Jahre.

      Anhänger der Bevölkerungstheorie betrachten den Zustand der Überbevölkerung bereits als eingetreten und als eines der zentralsten Probleme der Menschheit. Folgen sind Hunger, Armut, Mangelerscheinungen, ökologische Probleme, schnelle Ausbreitung von Epidemien und wirtschaftliche Stagnation.

      Ob sich die Menschheit nach Eliminierung der Hälfte wieder ähnlich entwickelt (und die gleichen Fehler macht), ist offen - betrachten Sie bitte die Frage als auch die mögliche Lösung als hypothetisch!

      Aber Ihre Frage nach dem "Warum" sollten Sie schon beantworten können, oder nicht?

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  7. ups, sorry, da habe ich ja einige Mrd. unterschlagen - soll nicht wieder vorkommen.
    Ja, ich habe die Frage/Antwort natürlich hypothetisch verstanden und betrachtet, wie sonst!
    Und nein, ich würde es nicht tun, da ich befürchte, dass wir (wir, falls ich zu den Überlebenden zählen würde) in kürzester Zeit wieder da angekommen sind, wo wir heute sind. Aber ich denke noch einmal drüber nach.

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  8. Ich persönlich würde diese Chance ergreifen. Bevor wir am Ende ankommen, will ich lieber die Hälfte opfern, um dem Rest die Chance auf Überleben zu sichern. Lieber die Hälfte eliminieren um den Rest zu retten als alle im Laufe der Zeit sterben zulassen (habe auch Inferno gelesen, ein wahnsinnig gutes Buch♥). Wie in Dan Browns Werk auch erwähnt wird, brachte der Schwarze Tod im Mittelalter uns die Renaissance. Hätten wir nun die Chance auf eine weitere Renaissance-artige Zeit, wenn eine weitere Seuche ausbricht? Ich denke schon.
    Liebe Grüße und fröhliches Philosophieren,
    Alina, 14

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