Freitag, 15. Juli 2016

Wie soll ich das meinem Sohn erklären?!

Heute Mittag stellte ich mir die Frage, wie ich meinem Sohn später mal gewisse Dinge erklären soll.
Dinge, mit denen ich als Kind nicht konfrontiert war.
Dinge, die mich als Erwachsener zu tiefst erschüttern.
Dinge, die mir als Vater Angst machen.

Heute bin ich froh, dass mein Sohn noch keine Fragen stellt.
Fragen nach dem wieso und warum?
Zum Beispiel zu diesem feigen Anschlag von gestern Abend in Nizza.

Ich hätte keine Antwort!
Weil ich rat- und sprachlos bin.
Weil ich keine Worte finde.
Worte, die diese Tat begründen, erklären oder rechtfertigen.

In Nizza sind gestern Abend mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen, darunter 10 Kinder.
Kinder, die keine Fragen mehr stellen…!

@sickofthisshit

Kommentare:

  1. Ich war 10 als 9/11 passiert ist. Damals gab es von meinen Eltern keine Worte, die erklärten, begründeten oder rechtfertigten. Ich erwartete auch nicht, dass meine Eltern ein tieferes Verständnis haben, von diesem Ereignis. Ebenso wenig warum es Menschen gibt, die Kinder in ihr Auto locken und töten. Es gibt eben böse Menschen, die böse Dinge tun, so dachte ich als Kind. In der Schule wurde ein wenig darüber gesprochen, auch mit Gleichaltrigen - wer was gerade machte, als er von dem Anschlag erfuhr. Dann wurde normal weitergelebt. Natürlich ist die Situation aufgrund der Nähe der Anschläge und der Häufigkeit eine andere, aber ich würde raten, ohne eine Expertin in diesen Dingen zu sein, dem Terror und der Angst keinen großen Platz in der Gedankenwelt der Kinder einzuräumen. Es gibt Menschen, die andere Menschen verletzen, entführen und töten, weil sie wütend, traurig oder einfach böse sind. Das reicht oft als Erklärung schon aus. Der Rest kommt, wenn die Kinder älter werden.
    Liebe Grüße
    Alexandra

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    1. Interessanter Ansatz, mal schauen, wie ich das später bewerkstelligen werde. Kinder haben auf Antworten ja oft Zusatzfragen. Und ja, Terror und Angst dürfen nicht überhand nehmen, sonst haben die Irren dieser Welt schon gewonnen.

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    2. ich sitze mit meinem sohn gerade hier im kleinen, idyllischen ort meiner kindheit, eingehüllt in das kleine glück mit grosseltern, obstbäumen, radtouren und kuchenbacken. jeden tag treffen neue schreckliche nachrichten wie granatsplitter in unsere glücksblase - und ich bin entsetzt und sprachlos und frage mich insgeheim, ob man sich überhaupt noch trauen darf, glücklich zu sein angsichts dieser unglaublichen gewalt, dieser vielen unschuldigen toten, deren leben einfach durch selbstgerechtigkeit ausgelöscht wurde. aber dann wächst in mir jedes mal der trotz: ja, man darf. man soll! unsere kinder sollen stark und gesund aufwachsen und nicht von angst geknechtet!

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    3. Alles richtig und JA, man muss heute auch noch glücklich sein dürfen, um diesen Spinnern keine Plattform zu geben. Frieden und Freude sind stärker.

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  2. Alexandra hat das gut ausgedrückt.. Inzwischen bin ich froh, dass meine Kinder erwachsen sind und sich eine eigene Meinung bilden können. Und ich versuche, keine zu große Angst um sie zu haben. Erklärungen kann man nicht haben, das sind Dinge, die niemand mit einem normalen Verstand und Herz beantworten kann.

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    1. Die Angst ist da, seit unser Sohn da ist, weil wir ihm eine sichere Zukunft bieten wollen. Er wird seinen Weg in dieser Welt gehen, soviel ist klar, und dennoch soll er behütet aufwachsen und nie Angst haben müssen.

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  3. Die Erklärung lässt sich vielleicht noch transportieren. Natürlich reduziert und kindergerecht.

    Viele Schlimmer wird es, wenn die Kinder irgendwann die Frage stellen, was man selbst dazu beigetragen hat, um aus diesem Planeten einen besseren Ort zu machen.

    Und das Dumme ist, dass sie im Grunde berechtigt sind solche Fragen zu stellen, weil wir mit unseren Entscheidungen ihre Zukunft bestimmen.

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