Dienstag, 12. November 2013

Über Reiselust, Familienurlaub und Fernweh

Meine Reiselust habe ich mit grösster anzunehmender Wahrscheinlichkeit von meinen Eltern geerbt. Bereits als Kind - und später auch als Jugendlicher - hatte ich das grosse Glück (und Vergnügen!), in ferne Länder zu reisen, um fremde Kulturen und deren Lebensweise kennenzulernen. Da meinen Eltern abwechslungsreiche Reisen (Aktivurlaub) wichtig war, wurden die Sommer- und/oder Herbstferien jeweils mit grösster Sorgfalt und viel Kreativität geplant. Einen langweiligen Einheitsbrei in einem zweitklassigen Hotel mit schlechtem Animationsprogramm und ungepflegtem Strand gab es nie.

Besonders gerne erinnere ich mich an die Sommerferien in Südfrankreich (1987) inkl. "Matrosenjob" auf dem Hausboot. Als Teenager eine tolle Aufgabe und nicht selten eine echte Herausforderung,... insbesonders dann, wenn Dad das Boot auf eine der zahlreichen Schleusen des Canal du Midi ansteuerte. An viele Erlebnisse und Ortschaften kann ich mich bis heute bestens erinnern,... zum Beispiel an die hauchdünnen Crêpes (aber aus die ungeniessbaren Miesmuscheln) in Balaruc-les-Bains,... die blühenden Lavendelfelder und wilden Pferde der Camarque oder an die mittelalterliche Hafenstadt Aigues-Mortes mit den traditionellen Stierkämpfen (Courses camarguaises). Besondere Highlights waren auch die Reisen nach Afrika. In Kenia (1988) und Tansania (1990) konnte ich die grossen Fünf in freier Wildbahn beobachten... manchmal sogar zum Greifen nah. Nie werde ich die leuchtenden Augen der Masaikinder und deren Freude über mitgebrachte Schreiber und Filzstifte vergessen,... oder die besonderen Nächte in der Serengeti,... die Face-to-Face Begegnungen mit wilden Pavianen und Grünmeerkatzen sowie die geschmeidigen Bewegungen einer Python auf meiner Hand. Das Erlebte hielt ich damals in einem Reisetagebuch fest,... Internet gab's noch nicht. Auch der Urlaub in der Karibik (1992) war ganz besonders, denn dort entdeckte ich die Leidenschaft für’s Tauchen und mein Dad begleitete mich beim ersten Schnuppertauchen im Pool. Zwei Jahre später absolvierte ich mit meinem Bruder die CMAS Tauchausbildung in der Südtürkei.

Bis heute ist Reisen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen und wenn ich könnte, würde ich gerne noch einmal einen Familienurlaub machen. Ich würde, wenn ich könnte,... aber heute vor 21 Jahren trat mein Dad seine letzte Reise an. Ohne uns.

Ich denke oft an ihn,... nicht nur heute,... aber heute bestimmt etwas mehr als sonst!

"Dad, wir sehn' uns,... irgendwann, irgendwo...!"

xxx

Kommentare:

  1. Hey Man. Wir haben vor drei Jahren auch schon eine Hausboottour gemacht in Holland. Nachzulesen unter: http://kunstecht.blogspot.de/2011/02/hausboottour-in-holland_13.html
    War echt super und kann ich nur empfehlen - ob als Paar, mit Freunden oder mit Kindern.

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    1. Stimmt, ist echt ein Erlebnis und für Gross und Klein ein riesen Spass!

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  2. ... und bis dahin bringen wir ihm einfach von überall was mit...
    <3

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    1. Genau,... damit er unsere Reisen miterleben kann.

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  3. Hmmm, aber bitte (gar) nicht eilig haben mit dem Wiedersehen mit Ihrem Vater!
    Danke vorab!

    LG, Gerlinde
    (verliere wohl demnaechst Meinen - seufz)

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    1. Habe ich nicht vor, bestimmt nicht.

      Ich wünsche Ihnen noch ganz viele gemeinsame Augenblicke, Erlebnisse und Momente,... geniessen Sie jeden einzelnen ganz bewusst!

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    2. Tja, schoen waer's…

      … und dabei spielt meine Entfernung noch nicht einmal den hindernden Grund.
      Immerhin: ich habe den 'Vorteil' von eigenen hoeherem Alter, wenn's denn passiert.
      Der Bonus hieraus wird allerdings darin liegen, dass ich mich bis zu meinem eigenen Lebensende dann NICHT mehr ganz so lange aergern muss ueber die ganze schmerzhafte Geschichte!
      Sie und Ihr Bruder dagegen waren ja wohl noch relativ jung, als sie ihren Vater verloren haben und da hat/hatte man ja noch viel Hoffnung auf Gemeinsamkeiten/Austausch schoener Erlebnisse/gegeseitige Hilfe u.ae.

      Jedoch: innigsten Dank f. Ihre netten Worte

      LG, Gerlinde


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    3. Stimmt, wir waren 15 und durch den frühen Tod unseres Vaters fehlten viele wichtige Augenblicke, Momente und Gespräche, die man als junger Mann mit seinem Vater hätte erleben müssen. Aber es ist, wie es ist, was bleibt, sind wunderbare Erinnerungen an die gemeinsame, wenn auch viel zu kurze, Zeit!

      Ihnen beiden alles Gute!

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  4. Habe mich hier gestern gehoerig schluckend auf diese Ihre Info hin ohne Kommentar verzogen; komme aber jetzt doch noch ein letztes Mal zum Thema zurueck (und selbst mit dem gestrigen ersten 'Gedanken-Pfurz' von mir hierzu - sorry):
    DAS war aber schon arg 'bobsch' (=arschig), denn ausgerechnet in diesem Alter waere er vermutlich sehr wichtig fuer Sie plus Bruder gewesen.
    Bei meinem Mann ist selbiges Dilemma eingetreten, als er 3 Jahre aelter war als Sie und es uebermannen ihn auch heute noch ab und an 'Art von waessrige Augen' samt Wehmut - seufz!
    Meine Gratulation allerdings zu Ihren Ihnen verbliebenen Erziehungsberechtigten/-Verpflichteten:
    trotzdem wohl 'guter Job' an Ihnen Beiden geworden; gelingt nicht immer unter solchen Umstaenden !!!
    Meinen Respekt an Sie, Herr MiH (auch wenn wir uns gelegentlich womoeglich woanders uns zu anderen Anlaessen wieder 'various nett' miteinander fetzen und streiten werden/wollen/muessen; ich denke/hoffe, wir werden evtl. 'Punktuell-Attacken' weiterhin gut ueberleben ;-) !)

    LG, Gerlinde
    (Mein Vater (inkl. Mutter) hat mich heute liebevoll von seiner evtl. Beerdigung 'ausgeladen' = tja, diese Sorte 'vermeintlicher Grausamkeit' war mir persoenlich zwar immer schon brutal klar in dieser Art, wenn einer in Deutschland und einer in Australien lebt, aber es ist doch sehr erleichternd, wenn die 'hauptbetroffene Seite' dies auch so sieht.
    Jetzt muss ich ihn NUR noch ueber den Winter kriegen, dann kriege ich ihn vielleicht doch noch ein letztes Mal zu sehen - seufz (= Daumendrueck hierfuer) Und wenn ich Mutter waehrend dieser Zeit gefesselt und geknebelt einstweilen bei meinen Bruedern deponiere ;-) !!!
    Ich verzeihe Ihnen von ganzen Herzen ein evtl. sueffisantes Grinsen Ihrerseits zu Ihrem evtl. Gedankengang von "NUR die Mutter; wie waer's mit Dir selbst auch?" ;-) :-D

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  5. Schöne Familienferien sind sicher sehr wichtig, um später die Freude am Reisen anzuregen :) Ich kann nur hoffen, dass unsere Familienferien einen ebenso positiven Einfluss auf die Kinder haben!

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