Dienstag, 27. Januar 2009

Weniger für's Geld. So oder so.

Die Migros ist wirklich so vielseitig wie kaum ein anderes Unternehmen in der Schweiz; auch in der Disziplin Marketing.



Durch die Werbebotschaft "Jetzt gibt's in Ihrer Migros ein Produkt gratis dazu" war ich gespannt, welches Produkt mir die Migros gratis dazu gibt. Der Kundentrennprügel - ja so heissen die offiziellen Dinger, welche Produkte von Frau Hintereinem und Herr Vordereinem auf dem Warentransportband abgrenzen, zeigten, dass ich mich für vier Joghurt, 250 gr Baslerbrot, ein Liter M-Drink UHT, ein Orangina Regular und 700 gr Reddy Fit entschied. Da würde ein Schokoriegel oder ein Pack Kaugummis gut dazu passen. Ich forderte das gross propagierte Gratisprodukt bei der diensthabenden Kassiererin ein. Doch diese fand meine Bitte weder lustig noch angebracht. Ich bemühte mich, unter wachsamen Ohren anderer Kunden, die Werbebotschaft auf der soeben gekauften Kassentragtasche für CHF 0.30 vorzulesen. Da der prüfende und leicht irritierte Blick nichts Gutes verhiess, suchte ich nach einem versteckten Hinweis. Dies jedoch genau so vergeblich wie das Auffinden der versteckten Kamera. Ich bezahlte die geschuldeten CHF 15.75 und versprach der verwirrten Kassiererin eine detaillierte Recherche, ggf. unter Mithilfe von Kassensturz, Stiftung Konsumentenschutz und dem UWG (Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).

Als Marketer musste ich den Sachverhalt natürlich prüfen. Auf der offiziellen Website fand ich anschliessend Informationen zu der Aktion "1 Gratis". Diese Informationen sind jedoch nur über ein Login (Benutzername und Passwort) oder auf zahlreichen .pdf-Files ersichtlich. Eine eigene Site mit Detailinformationen gibt es nicht.

Liebe Migros. So lieber nicht. Gegen Aldi, Lidl und andere Discounter kann man sich auch fair behaupten!

Belagsschäden vs. Designerkreisel

Ich muss leider feststellen, dass unsere Gemeindestrassen nach dem strengen Winter schlimmer aussehen, als ein Gesicht mit fiesen Aknenarben. Was das Bauinspektorat als Strasse bezeichnet, würden Astrophysiker zur Zeit als mustergültige Mondlandschaft kartografieren.



Deshalb an die Jungs und Mädels vom Amt: Auf unserem Gemeindegebiet besteht echter Handlungsbedarf!!! Wenn ich mit meinem Auto in eines der zahlreichen Schlaglöcher fahre, liegt ein Achsenbruch oder ausgeschlagene Radlager locker drin. Und darauf habe ich echt keinen Bock!

Diesem Sachverhalt gegenübergestellt, präsentiert sich bei der Ortseinfahrt ein neuer Designerkreisel. OK, der Kreisel war nötig und bringt die gewünschte Verkehrsberuhigung. Aber ein 0815-Kreisel hätte es auch getan! Doch scheinbar hat man hier grosszügig budgetiert. Der Kreisel trägt den Schriftzug "Steinhölzli". Deshalb an die Jungs und Mädels vom Amt: Ich weiss wo ich wohne und ein Ortsfremder kann diesen Schriftzug nur entziffern, wenn er sein Fahrzeug drei Mal um den Kreisel lenkt. Da dies infolge der Schlaglöcher eh ein Ding der Unmöglichkeit ist (und die neugewonnene Verkehrsberuhigung im Keim ersticken würde), ist der Schriftzug Schwachsinn. Wem soll damit gedient sein? Den Ausserirdischen, den fehlenden Touristen oder den Ortsansässigen mit Alzheimer?

Da ich keinen plausiblen Grund finde, schlummert in mir der Verdacht, dass sich ein Verkehrsplaner und/oder Architekt auf Steuerkosten verewigt hat. Danke Jungs und Mädels vom Amt: Steckt die Kohle beim nächsten Mal doch einfach in Teer und Strassenbelag...für das Allgemeinwohl!

Montag, 26. Januar 2009

"Scheisse Mann; Figg di!"

Beim Durchzappen durch unsere mitunter erbärmliche Fernsehlandschaft blieb ich letzhin beim Schweizerfilm Breakout auf SF2 hängen. Im Film geht es um eine trostlose Geschichte im Zürcher Agglo-Sumpf. Die Hauptrollen im Hip-Hop Drama spielen Breaker, welche ihr (junges) Leben nicht im Griff haben: Jugendgewalt, Drogen, Sex und Integrationsprobleme bestimmen den Tagesablauf. Und ein Wortschatz, der zu wünschen übrig lässt...!

Mit 31 Jahren stelle ich fest, dass die Entwicklung der Jugendsprache ihre eigene Dynamik hat! Heute werden Sätze primär durch primitive Kraftausdrücke dominiert. Eigentlich sind diese Hauptbestandteile eines Satzes, die ausgesprochen keinen Sinn ergeben (Göthe würde sich im Grab umdrehen). Ich jedenfalls, würde meinen besten Freund nie mit "Hey Wixer, figg dini Alti." begrüssen. Aber heute macht man das so! Ja, es gehört, je nach sozialem Rang und Status in der Posse, zum guten Ton. Danach führt man noch eine Begrüssungszeremonie auf, da würden selbst Stammeshäuptlinge auf Papua Neuguineau neidisch werden.

Auch vor Autoritäts- oder Respektpersonen wird der eigene Wortschatz (dieser ist eh auf 5 bis 8 Kraftausdrücke reduziert) nicht angepasst. Nein, nein...je krasser ein Satz formuliert wird, je besser ist die Stimmung des pubertierenden Pickelgesichtes mit XXL-Hosen (Achtung, die Hosen müssen am Hosenbund in den Socken stecken, alles andere wäre uncool), Cap auf der Birne und einer Gestik beim Reden, die an einen eptileptischen Anfall erinnert. "Scheisse Mann, Figg di!" kannte ich jedenfalls noch als "Guten Tag."

Ich freue mich auf den Tag, an dem sich ein solches Pickelgesicht in unserer Firma für eine Lehrstelle bewirbt. Begrüssen werde ich ihn dann erst einmal mit einem gepflegten "Scheisse Motherfucker, figg di!". Danach humple ich in bester Breaker Manier in's Sitzungszimmer...mit der Gewissheit, dass das bevorstehende Bewerbungsbattle ein RIESEN Spass wird!

Sonntag, 25. Januar 2009

MiH läuft mit 3D FORMOTION Technologie

Den Begriff 3D FORMOTION ordnet man eher einem Automobilhersteller oder der Formel1 zu; aber hierbei dreht es sich um eine sensationelle Dämpfungstechnik aus dem Hause adidas.



Die adidas FORMOTION Technologie garantiert mir vom ersten Bodenkontakt bis zum Abstossen ein perfektes Lauferlebnis. Das entscheidende Element der adidas 3D FORMOTION Technologie ist die aktive FORMOTION Einheit in der Zwischensohle meines adidas Laufschuhs. Sie besteht hauptsächlich aus zwei übereinander gleitenden Platten. Dabei verschiebt sich die untere Platte gegen die obere und gleitet nach vorne, nach hinten und zur Seite. Das Ergebnis dieser 3D-Technologie ist mehr als Komfort, Bewegungskontrolle und eine optimale Absorption der auftretenden Kräfte.

So macht Laufen Spass! 3x die Woche, daneben Krafttraining und gesunde Ernährung. Die ersten Ergebnisse lassen nicht auf sich warten. Fazit: - 1.7 kg in den letzten 10 Tagen.

Samstag, 24. Januar 2009

MiH und die Jungs von Dilara

"Umzug, Teil 2" stand heute für mich auf dem Programm. Als guter Ersatz für das tägliche Workout versprach ich meinen Freunden aus Deutschland mit anzupacken.



Gesagt, getan. Um 08.30 Uhr fand ich mich am Erlenweg 17 ein. Die starken Jungs von Dilara Swiss AG waren auch schon da (man roch sie bereits im Treppenhaus). Aber Ali, Erkhan und Mustafa gaben alles! Trotz leichtem Schneefall haben die Jungs von Dilara geschufftet, als gäb's kein Morgen. Der Iraki koordinierte, die anderen (Kurde und Türke) spielten Lastesel. Nach gut 40 Min. war die erste Ladung transportfähig und wurde über einige Umwege (Navi sei Dank) an den Bestimmungsort gefahren. Dort ging es, nach einer Schachtel Marlboro, im selben Takt weiter...man roch sie sofort im Treppenhaus und in der brandneuen Wohnung...lecker! Ein verrauchtes Pub, gefüllt mich einer Brigade notgeiler Schiffsmatrosen nach einem Auslandeinsatz, riecht etwa identisch: leicht würzig mit einer ordentlichen Prise Testosteron und im Abgang ein Touch Alkohol und Marlboro.









































































Gegen 13.00 Uhr waren wir fertig und ca. 10 cm kleiner als am Morgen. Aber das Workout hat sich gelohnt.

Freitag, 23. Januar 2009

MiH freut sich das MESFC

«MISS EARTH SCHWEIZ FINAL CASTING». Dieser Veranstaltungstitel zergeht einem nicht nur auf der Zunge, sondern weckt auch Erwartungen an Frauen, die nicht nur gut aussehen, sondern gemäss Veranstalter auch soziale und ökologische Verantwortung beweisen müssen.



Klar, dass ich mir diesen Event als Marketer nicht entgehen lassen kann. Nach all' den schwachsinnigen Casting-Shows unserer Zeitepoche (z.B. Popstars, DSDS, Star Search, SSDSGPS, MusicStar, Germany's next Topmodel, The next Uri Geller etc.) will ich sehen, welche Miss sich den Titel schnappt, um anschliessend die gewonnene Popularität für wohltätige Zwecke zu nutzen.

Hoffentlich darf die Jury Fragen zu sozialen und ökologischen Themen stellen. Darüber würde ich mich am meisten freuen. Wie wärs zum Beispiel mit folgenden:
  • Wie würden Sie den sozialen Spannungen, welche die schlechte Wirtschaftslage auslöst, entgegenwirken?
  • Mit welchen sozialen Brennpunkten würden Sie sich als neue US-Präsidentin als erstes auseinander setzen?
  • Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und den ökologischen Brennpunkten des Landes?
  • Wie versuchen Sie selbst, das ökologische Gleichgewicht im Lot zu halten?

Könnte amüsant werden...obwohl meine Miss Earth nicht im Lande ist, sondern soziale und ökologische Verantwortung in einem Drittwelt-Land übernimmt (und dabei blendend aussieht; auch ohne Mithilfe der Kosmetikindustrie)!

Donnerstag, 22. Januar 2009

Hotel Berntanamo Bay *****

Ich werd' verrückt! Die offizielle Schweiz will die Aufnahme von entlassenen Guantánamo-Häftlingen prüfen! OK, die Inhaftierung von Personen im Gefangenenlager Guantánamo Bay ist völkerrechtswidrig, die Anschuldigungen (sofern es welche gibt) absurd und von den dortigen Massnahmen will ich lieber gar nichts wissen.

Aber sind wir uns bewusst, dass dort vielleicht wirklich böse Jungs sitzen?!? Jungs mit vielen Kollegen in exotischen Ländern, die mehr auf Gewalt als Dialog stehen? Jungs, welche tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben oder bereit sind, sich für ein paar Jungfrauen in die Luft zu sprengen (vorzugsweise an Busstationen, in Kaffees oder an gutbesuchten Märkten)? Jungs, die in keinem anderen Land der Welt Asyl erhalten würden? Jungs, die in ihrem Heimatland nicht immer grundlos Probleme haben?

Und wer würde die ganze Aufnahme (Transport, Administration, Unterkunft, Versicherungen, Verpflegung, Beschäftigungsprogramme etc.) bezahlen? Natürlich wir Steuerzahler! Also liebe offizielle Schweiz: Wenn ihr schon ein 5-Sterne Ferienlager für entlassene Häftlinge prüfen wollt, klärt bitte ganz genau die Konditionen und legt über alles transparent Rechenschaft ab. Für mich klingt das einfach nach einem Fass ohne Boden...